Phong Nha – fast noch ein Geheimtipp

By Dominik und Ellen

Der kleine Ort Phong Nha, zwischen Hanoi und Hue, liegt für die meisten Urlauber nicht auf der Standardreiseroute. Zumindest noch nicht. Das dies aber für die wenigen Touristen, die sich doch hierher verirren, nur zum Vorteil gereicht liegt, für uns auf der Hand. Wir blieben deshalb auch gleich die drei Tage, vom 19. bis zum 21.06.2017, dort.

Aber was gibt es hier?

Zum einen den Nationalpark Phong Nha – Ke Bang, der atemberaubende Höhlenformationen bereithält. Zum andern findet man noch relativ viel unberührtes Landleben. Nicht die touristisch kommerzialisierte Variante, die man beispielsweise in Sa Pa (hier geht´s zum Beitrag) antrifft.

Wer gerne etwas abenteuerlich unterwegs ist, kann hier problemlos einen Roller leihen und so recht kostengünstig die gesamte Umgebung erkunden. Wer aber Domi´s jüngste Vergangenheit bezüglich dem Thema Motorradunfälle kennt, versteht vielleicht, warum wir ohne Schutzkleidung dann doch lieber auf einen Guide gesetzt haben. Denn obwohl man sich hier mitten in der Provinz befindet und es bei weitem nicht so chaotisch zugeht wie in Hanoi, wird trotzdem wie verrückt ohne Regeln und System gefahren. 🙂 Es erklärt sich dann auch meist von selbst, wenn man humpelnde und hinkende Backpacker mit großen Verbänden antrifft, was denn da passiert ist. Unsanft vom Roller abgestiegen und schön Haut auf dem Asphalt oder Schotter gelassen.

Ein Wort zur Geschichte Phong Nha´s

Während des Krieges mussten die Nordvietnamesen den Fluss Song Son mit Flößen überqueren, um Nachschub an Waffen und Essen in den Süden zu transportieren. Dies erfolgte nachts, um nicht von den Amerikanern beschossen zu werden. Tagsüber wurden die Flöße dann in der Phong Nha Höhle versteckt. Natürlich entdeckten die Amerikaner dieses Vorgehen und begannen mit der Bombardierung des Höhleneingangs. Diese Spuren sind heute noch sichtbar. Auch wurde die Höhle vom Vietcong als Krankenhaus genutzt. Die Vorstellung, wie Kranke und Verletzte hier versorgt wurden ist unglaublich. Es musste aufgrund der Dieselgeneratoren unglaublich laut und stickig in der Höhle gewesen sein.

Phong Nha liegt nördlich der DMZ (demilitarisierte Zone). Rund um diese Provinz fielen während des Vietnamkriegs nahezu tagtäglich unglaublich viele Bomben. Noch immer werden in Vietnam jährlich über 1.000 Menschen von herumliegenden Blindgängern, Mienen und Munition schwerstverletzt oder getötet. Oft geschehen diese Unfälle bei landwirtschaftlichen Arbeiten oder beim Sammeln von Altmetall.

Erst seit knapp zehn Jahren führt von Dong Hoi aus eine Straße in den Ort. Vorher war es während der Regenzeit wohl nahezu unmöglich über den Feldschlammweg dorthin zu kommen. Seitdem es aber die Straße gibt, hält auch der Tourismus Einzug. 

Warum einen Zwischenstopp in Phong Nha einlegen?

Wie bereits anfangs angerissen, gibt es hier fantastische Höhlen. Es ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Beispielsweise können ganz hartgesottene, die auch noch das nötige Kleingeld parat haben, eine fünftägige Exkursion in die größte Höhle der Welt unternehmen. Wem das aber zu viel, oder zu teuer ist 🙂 kann auf eigene Faust oder mit Guide, drei weiter Höhlen besuchen, die auch nicht gerade klein sind.

Phong Nha Cave

Diese Höhle wurde, wie bereits beschrieben, in den Kriegsjahren auch als Lazarett genutzt. Man kommt nur mit einem der Shuttle-Boote zum Eingang. Diese fahren ab Phong Nha quasi ständig, auf Nachfrage. Kapazität pro Boot sind 12 Personen für insgesamt 400.000 VND (ca. 16 Euro). Man findet jedoch in den Hostels und direkt am Anleger problemlos Leute, mit denen man sich den Betrag teilen kann.

Paradise Cave

Diese Höhle liegt 25 Kilometer außerhalb von Phong Nha in Mitten des Nationalparks. Hier ist immer recht viel los, daher lohnt es sich früh morgens oder nachmittags zu kommen. Trotzdem sollte man sich diese Höhle nicht entgehen lassen. Auch für Menschen, wie uns, die mittlerweile schon einige Höhlen gesehen haben, war diese beeindruckend. Ihre schiere Größe verschlägt einem den Atem!!!

Dark Cave

Diese Höhle ist mehr für die Spaßreisenden… Schlammrutschen, Ziplining, Schwimmen. Wir haben uns das Geld dafür lieber gespart, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Der „botanische Garten“

Es ist kein angelegter Garten im klassisch europäischen Sinne. Vielmehr ist es ein Stück Dschungel durch den ein markierter Pfad führt und somit ein Guide entbehrlich ist. Ein paar Pflanzen und Bäume sind zwar dennoch mit kleinen Schildchen gekennzeichnet, der Großteil jedoch wächst einfach so rum. Die meisten Besucher kommen in den botanischen Garten, um den Wasserfall und den nachgelagerten Canyon zu bewundern. So auch wir 🙂 – außerdem wollte Matthias noch sein Regenwald/Dschungel Erlebnis haben, was wir damit auch noch abgehandelt haben.

Landleben in Vietnam

Ansonsten lohnt es sich auch, einen Tag lang mit dem Fahrrad durch die umliegenden Dörfer und entlang der Reisfelder zu fahren. Es gibt immer wieder gute Möglichkeiten für einen Stopp und ein kühles Bier, zum Beispiel in der Bomb Crater Bar oder dem Pub with Cold Beer. Beim Letzt genannten ist auch ein Mittagsimbiss nicht zu verachten. Obwohl es ganz eindeutig für Touristen (vornehmlich für die aus dem Easy Tiger Hostel) ausgelegt ist. Allerdings ist das Schweinefleisch mit Erdnusssoße einfach göttlich!!! 🙂 Außerdem gibt´s noch die Option „Kill your own Food“. Hier kann man sein eigenen Hühnchen schlachten, was preislich gesehen aber die reinste Touristenabzocke war. 🙂

Der Weg nach Phong Nha

Es ist wirklich nicht übermäßig schwierig hierher zu kommen. Einige „Open Tour Bus“ Anbieter fahren direkt von Hanoi nach Phong Nha. Für alle, die lieber Zug fahren (so wie wir), gibt es viele Zugverbindungen nach Dong Hoi. Preis ca. 26 Euro pro Person. Von dort aus existieren zwei Alternativen um nach Phong Nha zu kommen.

  1. den öffentlichen Bus, Fahrzeit ca. 1 Stunde, Preis ca.1 Euro, oder
  2. die Luxusvariante: Taxi. Preis ist natürlich Verhandlungssache. Wir haben 400.000 VND gezahlt, ca. 16 Euro.

Wo kann man in Phong Nha übernachten?

Nachdem der Tourismus auch in Phong Nha langsam aber unaufhaltsam Einzug hält, gibt es für diesen kleinen Ort ein unglaublich großes Angebot an Unterkünften. Unserer Meinung nach, aber nur zwei wirklich sinnvolle Optionen.

Das Easy Tiger Hostel und den Phong Nha Farmstay. Wir haben uns für das Easy Tiger Hostel entschieden und es nicht bereut. Der Inhaber Mike und sein Team sind sehr hilfsbereit und jeden Morgen um 9 Uhr gibt es einen Talk zu Aktivitäten in der Umgebung. Dabei werden alle Möglichkeiten der Freizeitgestaltung besprochen (auch die kostenlosen 🙂 ) und interessantes Hintergrundinfos zu der Geschichte der Region und dem Vietnamkrieg vermittelt. Das Essen hier ist richtig lecker und es gibt super Tipps für weitere Essensmöglichkeiten in der Umgebung. Natürlich nicht ausschlaggebend, aber trotzdem gut: ab 18 Uhr gibt es Freibier – bis das Fass leer ist und dazu Livemusik. 

Resümee:

Die Gegend rund um Phong Nha bietet allerhand zu sehen und zu unternehmen! Dazu kommt, dass das Leben in dieser Provinz auch noch recht günstig ist. Somit hatten wir drei eine super Zeit und waren froh, dass wir diesen kleinen Umweg auf unserer Route Richtung Süden in Kauf genommen haben. Wir können nur jedem Vietnamreisenden diesen Abstecher wärmstens ans Herz legen. Für uns, absolut ein Highlight auf unserer Vietnam Tour!

Dominik und Ellen

Hallo! Wir sind Weltreisende und Abenteurer und teilen mit euch unsere Erlebnisse!

One thought on “Phong Nha – fast noch ein Geheimtipp

  • Georg Finster Mittwoch, der 19. Juli 2017 at 14:57 Reply

    Liebe Ellen,
    lieber Dominik (wir kennen uns noch nicht persönlich),

    wow – klingt ja richtig gut.
    Jetzt habe ich mir endlich mal die Zeit genommen zu schauen auf welchem Trip ihr Euch gerade befindet. Jeder aus meinem Freundeskreis der Vietnam bereist hatte bestätigt die von Euch beschriebene Freundlichkeit in diesem Land. Erstaunlich wenn man bedenkt was dieses Land mitgemacht hat.
    Nach nun knapp 10 Monaten habt ihr beide ja extrem viel erlebt und zu berichten. Ihr könnt glatt ein Buch über Eure Erfahrungen schreiben. Vielleicht habt ihr dies ja auch schon geplant.
    Euch beiden wünsche ich weiter eine tolle und erlebnisreiche „Tour“ mit vielen guten Eindrücken von denen ihr wahrscheinlich sehr lange zehren werdet.
    Lasst es euch gut gehen und geniesst die Zeit.
    Liebe Grüße aus Nürnberg.

    Dein Kollege Georg

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