Die Tempelanlagen rund um Angkor Wat

By Ellen und Domi

Um erstmal mit dem größten Irrtum aufzuräumen – die Tempelanlagen rund um Siem Reap heißen nicht Angkor Wat! Ja, es gibt einen Tempel mit diesem Namen, und ja, es ist auch der größte hier – aber dennoch lässt sich nicht die ganze Anlage unter diesem Begriff subsumieren. Für die Profis: die Region heißt Angkor!

Diese Region bildete vom 9. bis 15. Jahrhundert das Zentrum des Khmer Königreiches. Daher wurden hier auch so viele verschiedene Tempelanlagen errichtet. Sie unterscheiden sich in Größe, der Bauweise, den Verzierungen und natürlich den Göttern, denen sie gewidmet sind… Wir haben das ganze Areal drei Tage lang, vom 07. bis zum 09.07.17 erkundet.

Wie so viele UNESCO Weltkulturerbe Stätten, gibt es auch in Angkor unendlich viele Touristen. Am beliebtesten – auch in der Nebensaison – ist der Anblick vom Haupttempel Angkor Wat bei Sonnenaufgang. Du kannst uns glauben, wir haben noch NIE so viele Menschen für einen Sonnenaufgang früh um 5 Uhr an einem Platz gesehen! Von Stille und einer schönen Atmosphäre ist da leider nichts mehr zu spüren. Wir fanden es aber sehr unterhaltsam, verträumt in die Gegend schauenden Mädels beim meditieren zu beobachten. Mit ziemlicher Sicherheit liest man auf deren Blog jetzt von einem einschneidenden Moment, der das ganze Leben und die Weltanschauung verändert hat. 😉

Glaub lieber uns Realisten – es gibt fantastische, atemberaubende, stille Sonnenaufgänge – suche sie aber nicht hier, du wirst sie nicht finden!

Auf die Tempel! Fertig! Los!

Wir haben uns für drei Tagestouren, jeweils mit TukTuk entschieden. Das war unserer Meinung nach genau richtig, wir würden sie das nächste Mal lediglich auf 5 Tage verteilen. Denn nach drei Tagen am Stück nur Tempel, fällt es einem schwer, sie noch entsprechend wertzuschätzen.

Tour 1: Grand Circuit

Es ist wirklich die große Runde! 52 Kilometer und 8 Stunden später hatten wir etliche Tempelanlagen gesehen.

Kostenpunkt TukTuk: 21 USD

East Mebon

 Ta Som

Banteay Kdei

Tour 2: Der Dschungeltempel

Für das TukTuk haben wir an diesem Tag 27 USD gezahlt.

Schmetterlingpark – Landminenmuseum – Banteay Srei

Wirklich sehenswerte Tagestour. Das Banteay Srey Butterfly Centre bietet einen fantastischen Einblick in den gesamten Lebenszyklus eines Schmetterlings und die hier lebenden Exemplare sind wunderschön anzuschauen. (www.angkorbutterfly.com, Eintritt: 5 USD)

Das Landminenmuseum ist eine NGO die nicht nur über die Gefahren und den Umgang mit Landminen in Kambodscha berichtet. Sie unterstützt auch Jugendliche und Kinder, die durch die Landminen betroffen sind und hilft ihnen eine Schulausbildung und dadurch eine bessere Zukunft zu erhalten. (www.cambodialandminemuseum.org , Eintritt: 5 USD)

Die Tempelanlage Banteay Srei gehört zu unseren Favoriten. Die Verzierungen sind hier ausgesprochen filigran und mit dem Dschungel direkt daneben, ist auch das Ambiente fantastisch.

Tour 3: Small Circuit – die „Highlights“

Angkor Wat (Sonnenaufgang) – Bayon –

An diesem Tag kostete uns das TukTuk 18 USD. Alles andere sparen wir uns an dieser Stelle und lassen die Bilder sprechen 🙂

Angkor Wat

Bayon

Ta Prohm

 

Unser Fazit:

Wie alles im Leben, sind auch Tempel Geschmackssache! Uns hat mit Abstand Bayon und der Dschungeltempel Banteay Srei am besten Gefallen. Angkor Wat fanden wir eher enttäuschend. Es ist zwar riesig und gut erhalten, das war’s dann aber auch schon. Wenig Verzierungen, dafür umso mehr Menschen. Der Sonnenaufgang war schön, aber man sollte sich nicht zu viel erhoffen.

Beim Grand Circuit wird häufig auch der Sonnenuntergang mit angepriesen. Das war unserer Meinung nach reine Zeitverschwendung. Beim Sonnenaufgang über Angkor Wat geht diese direkt hinter der Tempelanlage auf und ermöglicht schöne Bilder. Beim Sonnenuntergang hingegen steht man auf einem kleinen Tempel und betrachtet die Landschaft Kambodschas. Im Großen und Ganzen auch nichts anderes, als im fränkischen Land über Felder zu schauen und dabei den Sonnenuntergang zu genießen! Nur werden dir hier viel weniger Menschen begegnen 🙂

Organisation

Jeder einzelne Tempel lohnt einen Besuch, daher sollte man für Angkor auf jeden Fall mindestens drei Tage einplanen. Dazu kommt, dass in der Saison 2017 die Ticketpreise erheblich angehoben wurden.

Es gibt nun folgende drei Kategorien:

1-Tag Ticket:     37 USD

3-Tage Ticket:  62 USD (kann innerhalb von 10 Tagen verwendet werden)

7-Tage Ticket:  72 USD (kann innerhalb eines Monats verwendet werden)

Für die Besichtigung kann man sich entweder in Siem Reap Fahrräder leihen – Achtung: selbst die kleinste Runde hat schon über 30 km! – oder einen TukTuk Fahrer mieten. Dieser wartet dann jeweils an den Tempeln und erleichtert so die Besichtigung.

Zu guter letzt

Kleines „Schmankerl“ am Ende für all diejenigen, denen Nachhaltigkeit, Erhaltung der Kultur usw. wichtig ist. Frei nach dem Motto „Bild dir deine Meinung“.

Die Anlagen rund um Angkor Wat gehören zwar dem kambodschanischen Staat, dieser verpachtet allerdings das Gelände an SOKIMEX. Das ist Kambodschas größter Mineralölkonzern…

Ellen und Domi

Hallo! Wir sind Weltreisende und Abenteurer und teilen mit euch unsere Erlebnisse!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbestimmungen.